“Woody Allen: A Documentary”, Kinostart 5. Juli 2012

All about Allen – für alle Cineasten und vor allem Woody Allen Fans


Woody Allen - A Documentary

Woody Allen - A Documentary

Foto: http://www.woody-doc-derfilm.de/

Robert B. Weide hat nie aufgegeben. Mit neun Jahren hat er den Kampf aufgenommen. Seinerzeit hat er zum ersten Mal einen Film des mittlerweile 76-jährigen, unermüdlich Schaffenden gesehen. Als er selbst mit seinen Werken über die auch von Mr. Allen geschätzten Marx Brothers, W.C. Fields oder Lenny Bruce Starruhm erlangte, fühlte er sich mehr und mehr auf Augenhöhe. Heute können wir mit ihm und Allan Stewart Konigsberg auf weit über 50 Filme, Theaterstücke und Bücher zurückblicken.

Vor zwei Jahren endlich, nach hartnäckigen Bemühungen, unzähligen Bittschreiben und etlichen Treffen, sagte der Meister zu. Nicht nur Weides Zähigkeit und Ausdauer haben sich gelohnt, sondern die einfühlende Atmosphäre, in der Woody Allen mit klassischem Understatement berufliche und persönliche Lebenslinien preisgibt.

Regisseur Robert B. Weide

Regisseur Robert B. Weide

Foto: B Plus Productions

 Und weitgehend linear verfolgen wir die Anfänge des 15-jährigen Gagschreibers zunächst für Zeitungen und Magazine, das Fernsehen und den ersten Film als Drehbuchautor. Von dem Ergebnis von "What’s New, Pussycat?”, 1965, war er dann allerdings so enttäuscht, dass er sich schwor, künftig alleinig das Heft in der Hand zu behalten. Dieses Versprechen hat er bis dato, "Midnight in Paris”, 2012, konsequent eingelöst. Mutter, Schwester, Produzenten und seine Schauspieler-Familie über die Jahre kommen derartig zahlreich und genüsslich zu Wort, dass Robert Weide dankenswerterweise auf einen Off-Erzähler verzichtet hat.
Charles Joffe, Jack Rollins

Charles Joffe, Jack Rollins

Foto: B Plus Productions

 Stattdessen sprechen auch das heimatliche Brooklyn mitsamt Elternhaus und sogar das Innere von Mr. Allens Apartment zu uns.


"Was Sie schon immer über Woody Allen wissen wollten... Mit WOODY ALLEN: A DOCUMENTARY kommt endlich der Dokumentarfilm ins Kino, auf den alle Fans des Kultregisseurs Jahrzehnte warten mussten. Fast zwei Jahre begleitete der preisgekrönte Dokumentarfilmer Robert Weide den als notorisch scheu geltenden Allen und porträtiert in seinem Biopic einen Woody Allen, der mit großer Offenheit und seinem ganz typischen Humor den Zuschauer teilhaben lässt an seinem Leben und seiner künstlerischen Arbeit als Autor, Filmemacher, Musiker und auch Schauspieler.



Diane Keaton "Der Stadtneurotiker"

Diane Keaton "Der Stadtneurotiker"

Foto: MGM/Brian Hamill

Mia Farrow "The Purple Rose of Cairo"

Mia Farrow "The Purple Rose of Cairo"

Foto: MGM/Brian Hamill

Scarlett Johansson "Match Point"

Scarlett Johansson "Match Point"

Foto: AMPAS

Weide spannt den Bogen von der frühesten Kindheit bis zu Allens Cannes-Premiere seines letzten großen Erfolgs ‚Midnight in Paris’, bei dessen Dreharbeiten zum ersten Mal ein Kamerateam die Arbeit am Set filmen durfte. Wichtige Weggefährten Allens kommen zu Wort abgerundet wird das Bild dieses kreativen work-aholics, der im Jahresrhythmus neue Filme schafft, durch Archivmaterial und zahlreiche Ausschnitte aus seinen Filmen. WOODY ALLEN: A DOCUMENTARY offenbart auf unterhaltsame und bisweilen sehr komische Weise viel Neues über Woody Allen und die unermessliche Kreativität seines Schaffens. Und er dokumentiert dabei – fast beiläufig – 47 Jahre Filmgeschichte."(www.boxfish-films.de)



Olympia Schreibmaschine, über 70 Jahre, 40$

Olympia Schreibmaschine, über 70 Jahre, 40$

Foto: B Plus Productions

Diese absolut sehenswerte Biografie voller Leidenschaft und Akribie, von Macher und Sujet getragen, ist sicherlich überwiegend positiv gestaltet, aber "skandalöse" Vorkommnisse wie das Verhältnis zu seiner Ziehtochter und späteren Lebengefährtin Soon-Yi Prévin werden keinesfalls ausgespart. Natürlich liegt die Gewichtung auf dem einzigartigen Werdegang dieses einmaligen Komikers und Dramatikers, seiner Musen, Freunde, Vorlieben, Schwerpunkte und Stolpersteine. 133 Minuten intelligenten Zusammenschnittes (theatrical cut) dieses lebendigen Porträts scheinen uns bisweilen vielleicht unangemessen kurz.



Café Carlyle in New York City

Café Carlyle in New York City

Foto: © B Plus Productions

Owen Wilson "Midnight in Paris"

Owen Wilson "Midnight in Paris"

Foto: Sony Pictures














Aber halt – wir dürfen uns ja noch auf die dreieinhalbstündige Version auf DVD freuen!

 


Text: Andreas Radau



 


weitere Artikel