Ottfried Fischer ist Meister der feinen bavaresken Satire. Jetzt wurde er mit dem Bayerischen Kabarettistenpreis ausgezeichnet

"Aber niemals unterhalb der Gürtellinie!"

Otti und sein "Notfallkoffer"

Otti und sein "Notfallkoffer"

Foto: Pressebüro Schwan

Eine Weile war es ruhig um den bayerischen Publikumsliebling, jetzt startet Ottfried Fischer wieder voll durch. Soeben wurde er mit dem Bayerischen Kabarettistenpreis geehrt. Darüber hinaus steht er derzeit für weitere Folgen der Krimi-Reihe "Pfarrer Braun" vor der Kamera. Und tritt mit gleich zwei verschiedenen Kabarettprogrammen vor seine Mega-Fangemeinde.
 

Ottfried Fischers Erfolgsrezept: Seine Beobachtungsgabe, sein Humor und sein Gespür für Zeitgeist – in bavarseke Mundart-Comedy verpackt, gespickt mit Modewörtern und Anglizismen. Egal, ob es sich um Grantler, bayerische Borniertheit, Stammtischgespräche, Volksmusik, Esoterikapostel oder um die Münchner Schickeria handelt –  bei "Otti" bekommt jeder sein Fett weg. „Aber niemals unter der Gürtellinie", betont der Schauspieler, Kabarettist, Comedy-Star und Autor. Gerade tourt er mit seinem aktuellen Soloprogramm „Wo meine Sonne scheint" durch Deutschland und Österreich. Witzig, spontan und gut drauf wie eh und je. Parkinson hin oder her, momentan gehe es ihm gut, bestätigt das Multitalent auch sogleich. Das sei die Hauptsache, und dafür sei er dankbar. „Der Mensch ist mobil, seit der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. Naja, was heißt Vertreibung, das Paradies muss man sich sowieso ein bisschen fad vorstellen. Unter uns gesagt, ein bisschen wie die neuen Bundesländer – da hauen auch alle ab", jokt der 57-Jährige in der ihm eigenen trockenen Art. 

Ottfried Fischer & Chefredakteurin Daniela Schwan

Ottfried Fischer & Chefredakteurin Daniela Schwan

Foto: Pressebüro Schwan

Wann immer Ottfried Fischer Zeit findet, verfasst er Gedichte über den Herbstblues. Da geht es um die große Liebe, um Trennungen und um den Tod. Gerade wühlt er in seinem Notfallkoffer. "Mei, des muss doch wo sein ..." Das stabile blaue Köfferchen hat Otti Fischer bei all seinen Auftritten dabei. Eine Art Sammelsuirum – best of Otti sozusagen. „All meine Texte und Aufzeichnungen, gedruckt und handschriftlich aus den letzten zehn Jahren", verrät er lachend.  Sein Lächeln ist herzlich, sein Vollbart neu. Ein gestand'nes Mannsbild. Boulevard Schwan Chefredakteurin Daniela Schwan traf Ottfried Fischer zum literarisch-musikalischen Dämmerschoppen „Ottfried Fischer und die Heimatlosen", ein Potpourri seiner besten Texte, untermalt von seiner gigantisch guten Jazzband, bestehend aus Claus Reichstaller, Leo Gmelch, Andreas Hinterseher und César Granados. 

Narrisch witzig: "Otti und die Heimatlosen"

Narrisch witzig: "Otti und die Heimatlosen"

Foto: Pressebüro Schwan

Und hier zeigt sich der Meister der feinen bavaresken Satire in Topform, erntet einen Lacher nach dem anderen, im vollen Saal johlen die Fans. „Wisst ihr, was ein Grantler ist? Das ist jemand, der einer Dame die Kaufhaustür so vor der Nase zuschlägt, das diese blutet. Auf ihre Frage hin, wieso er sich nicht entschuldigt hätte, antwortet der Grantler: 'Hob eh eha gsagt'." Flugs lässt Otti den letzten Satz von seinen Musikern wiederholen, was besonders bei den Nicht-Münchnern eigentümlich klingt: hap e eher gesagt... „E-HA!!", schimpft Otti und schüttelt den Kopf. „Also aufpassen tuts ihr ja überhaupt nicht." Dialekt ist für ihn ein wichtiges Tool. Und für seine Töchter Nina (19) und Lara (14)? Otti schüttelt den Kopf: „Leider reden sie meist Hochdeutsch, da kann man froh sein, wenn sie mich überhaupt noch verstehen ... " 

Ottfried Fischer hat sich noch viel vorgenommen. Boulevard Schwan ist dabei. Und begleitet ihn zu seinen Münchner Auftritten: 

25.11.2011: "Ottis Schlachthof", live aus dem Schlachthof
04.12.2011: "Turmschreiber Lesung", Das Schloss
10.12.2011:  Premiere "Ottfried Fischer & die Heimatlosen – Extrem Bayerisch", Lustspielhaus

Infoklick: www.otti-fischer.de

weitere Artikel