Der Kuss 1

Der Kuss 1

Der Kuss 2

Der Kuss 2

Der Kuss 3

Der Kuss 3

Lotte mit dem wehenden Haar

Lotte mit dem wehenden Haar

Big love

Big love

Big heart

Big heart

Herzen

Herzen

Selbstporträt Ivo Eisenhuth

Selbstporträt Ivo Eisenhuth

Der Münchner Künstler Ivo Eisenhuth ist der

Maler der Herzen

Am liebsten malt er Paare in inniger Umarmung. Herzen, mal vereint, mal einsam und verletzt. Liebliche Frauenakte. Kurzum: plakativ anmutende, meist großformatige Liebessujets in Acryl oder Öl auf Leinwand oder Karton. Ob in Rot- und Rosénuancen in allen Schattierungen, in Aquafarben oder in sattem Braun: Der Münchner Künstler Ivo Eisenhuth weiß um die Wichtigkeit harmonischer Farbkombinationen. "Oftmals mixe ich bis zu 20 Töne zusammen", verrät der 45-Jährige. 

Liebeskummer beflügelt

Wir besuchen ihn in seinem Atelier mitten im Herzen von Schwabing. Hier stapeln sich an die 1000 "Eisenhuths", allesamt fein säuberlich nach Motto geordnet. Babygesichter, impressionistische Akte, gemalte Wortspiele, Sternzeichen-Bilder, Porträts berühmter Persönlichkeiten wie Marilyn Monore oder Barack Obama. Und die legendäre Liebesserie. "Um tiefe Gefühle zum Ausdruck zu bringen - egal ob als Komponist, als Dichter oder als Künstler - muss man die gaaanz große Liebe und auch richtigen Herzschmerz selbst erlebt haben", weiß der waschechte Münchner aus eigener Erfahrung.

Letztendlich dreht sich immer alles um Amore

Inzwischen ist er wieder Single, aber das Wissen um die große Liebe beflügelt ihn noch immer. "Ich sehe das als Privileg, denn nicht jeder lernt diese Art von Liebe überhaupt je kennen". Darüber hinaus glaubt er, dass die Liebe in all ihren Variationen für jeden Menschen das Wichtigste im Leben ist, und sein sollte. "Manche lassen sich vielleicht durch Sinnlosigkeiten wie ihre Arbeit oder materielles Spielzeug davon ablenken, letztlich aber dreht sich doch alles nur um Liebe". 

Leidenschaft: Kunst

Seine Liebe zur Kunst entdeckte Ivo Eisenhuth bereits als kleiner Junge. Seine Eltern haben ihn schon früh zum Zeichnen motiviert. Mit seiner Mutter - sie war damals Topmodel - bereiste er die ganze Welt und überbrückte die langen Wartezeiten, indem er zu Zeichenblock und Farbstiften griff. Damals zauberte er seine ersten Werke. "Schon damals habe ich hauptsächlich Models gemalt, sie sahen aus wie Comic-Figuren", lacht er. Inzwischen sei Malen sein Lebensinhalt, resümiert der Diplom-Betriebswirt. Lange Zeit waren Impressionisten wie Paul Gauguin sein Vorbild, später Andy Warhol, Keith Haring und andere Vertreter der Pop-Art-Ära. Inzwischen hat der fast zwei Meter große Künstler daraus einen ureigenen Mix entwickelt. "Aber man darf nie aufhören, sich weiterzuentwickeln", sinniert er.   

Langer Entstehungsprozess

Und wie kann man sich seinen Arbeitstag vorstellen? "Das ist sicherlich sehr unterschiedlich. Ich brauche jedenfalls sehr viel Zeit und Ruhe, um über die Welt und die Menschen nachdenken zu können. Denn ich glaube, nur so kann man seine Persönlichkeit weiterentwickeln, und die ist wichtig, um sich in der Kunst zu behaupten." Ab 500 Euro aufwärts kostet ein Eisenhuth, unzählige Stunden Arbeit inbegriffen. "Aber fertig ist ein Bild eigentlich erst dann, wenn es verkauft ist". 

Liebliche Inspirationen

Bei schönem Wetter findet man Ivo Eisenhuth in den Schwabinger Straßencafés oder mit Hundedame Eli im Englischen Garten. Hier holt er sich auch seinen Inspirationen, zum Beispiel zum Werk Lotte mit dem wehenden Haar. "Ich liebe es, mir all die hübschen Mädchen in München anzusehen. Das beflügelt meine Phantasie, und führt meist über irgendeinen verschlungenen Pfad zu einer neuen Idee", gesteht er. Die sogenannte Münchner Szene allerdings sei ihm ein Gräuel, fügt er hinzu, "genauso wie Angeber, Heuchler, unsoziale Menschen, und solche, die kein Rückgrat haben ..."

Lenbachhaus & Co. 

Geht er denn selber gerne in Ausstellungen anderer Künstler? Ivo Eisenhuth lacht verschmitzt. Und gibt zu: "Mittlerweile in fast jede. Aber früher habe ich mich nicht getraut, hatte Angst, die Bilder würden mich und meinen Stil beeinflussen und ich würde anfangen, sie zu kopieren. Heute sehe ich das ganz locker. Weil ich weiß, dass ich meinen eigenen Stil gefunden habe". 

Leinwand-Beauties 

Inzwischen widmet sich Ivo Eisenhuth schon wieder einem komplett neuen Thema: Den digitalen Collagen. Hierbei werden Fotos auf Leinwand gebannt. "Und sehen aus wie gemalt", beschreibt der Künstler die aufwändige Technik. Mehr als 30 Porträts internationaler Stars zeigt er seit dem 1. Juli im Kinder-Second-Hand-Laden "Blumenkinder" in der Amalienpassage aus, danach will er Münchner Prominente portärtieren. Sein ganz großer Traum: "Ein eigenes Museum - irgendwann".


Text: Daniela Schwan
Fotos: Ivo Eisenhuth



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