Jochen Bendel lässt sich in die Töpfe gucken. Folge 2

Kultmoderator als Kochduell-Champ

Als  TV-Moderator weithin bekannt und beliebt, sieht es mittlerweile fast so aus, als hätte Jochen Bendel klammheimlich eine erfolgreiche Zweit-Karriere gestartet. Als Hobbykoch ein Super-Talent, begeistert er Freunde, Kollegen und neuerdings auch die Juroren. So gewann er einen kulinarischen TV-Wettbewerb nach dem anderen, sahnte ab bei „Das perfekte Promi-Dinner", „Das Promi-Kochduell", „Die Promi Kocharena" und „Promis unter Volldampf" – und alles noch für einen guten Zweck. Seine Rezepte sind legendär, echte Gaumenkitzler und nicht nur in Internet-Foren heiß begehrt. Ein Grund mehr, sich zum Gespräch mit dem smarten Multitalent zu treffen. In lila-weißer Collegejacke mit passendem Poloshirt und legeren Jeans sitzt er lässig auf der Ledercouch im „Blauen Bock" am St.-Sebastian-Platz in der Altstadt. „Meine Heimat sozusagen", erzählt Jochen Bendel. Denn hier steht er ab und zu am Herd um zu lernen und neue Kreationen auszuprobieren, die inzwischen die ganze Welt begeistern. Für uns öffnet er sein bislang unter Verschluss gehaltenes Schatzkästchen: seine Rezepte. Allesamt ganz easy zum Nachkochen. Vielfältig. Leicht. Unkompliziert. Und ungeheuer lecker ... Und offenbar kein Super-Gau für die Linie, denn Jochen Bendel ist drahtig, nirgendwo ein Gramm Fett. Im Interview verrät er alles. Übrigens: seine besten, unveröffentlichen Rezepte, seine geheime Schatzkammer, öffnet der Sympathieträger exklusiv für Boulevard Schwan. Foto: Jochen Bendel beim VOX Promi-DinnerPromiDinner.

Im ersten Teil unseres Interviews erzählt er nicht nur, wie er eigentlich auf den Bildschirm kam, sondern auch, woher seine Koch-Leidenschaft kommt. „Frechheit siegt" könnte man seine Eintrittskarte ins Fernsehen nennen, und fürs Kochen hat er sich schon als Dreikäsehoch begeistert. Und das Geheimnis seiner preisgekrönten Küche verrät er gleich mit dazu: leicht, aromatisch, unkompliziert, kalorienbewusst, wenig Kohlenhydrate. Nicht viele Zutaten, ein paar Basics, ein paar Gewürze. Tja, früh übt sich eben ... 

Lesen Sie hier, welche Basics man beim Kochen braucht, worauf man beim Einkauf achten sollte und womit Jochen Bendel seine Gäste becirct 

Wo kauft Jochen Bendel ein?
"Vom Discounter über Großmarkt bis zum Viktualienmarkt. Allerdings nur in Feinkostläden zu kaufen, ist meiner Meinung nach total überflüssig! Grundnahrungsmittel kaufe ich gern günstig, bei Fleisch, Fisch und Gemüse achte ich auf beste Qualität. Wichtig finde ich, ist es, so viel wie möglich BIO-Lebensmittel zu kaufen. Das ist erstens gesünder, und zweitens zwingt es die anderen Hersteller, ihr Angebot zu ändern." 
Gewürze sind wichtig ...
"Ganz ehrlich, ich selbst besitze nur wenige, halte nicht viel von abenteuerlichen Gewürzmischungen, die den Geschmack verfremden. Ich habe drei verschiedene Salzsorten, feines und grobes Meersalz, und Fleur de Sel. Darüber hinaus noch Kotányi-Paprika aus Ungarn, guten schwarzen Pfeffer, Safran, Curry und Chiliflocken. Viel wichtiger sind frische Kräuter, die ich mir auf meiner Dachterrasse in der Innenstadt selber ziehe, zum Beispiel Bärlauch - passt zu Salat, Fisch und Frühlingszwiebeln. Tiefgekühlte Kräuter verwende ich übrigens nicht, sie klumpen nach dem Auftauen, ich habe immer einen Topf Schnittlauch und Basilikum in der Küche stehen."Jochen Bendel ist Koch mit Leib und Seele
... und Öle.
"Gaaaanz wichtig! Aber drei reichen vollkommen: neutrales Pflanzenöl oder Olivenöl zum Braten, kaltgepresstes Olivenöl  - bitte nicht zum Braten verwenden – sonst mischt sich ein bitterer Beigeschmack dazu! Und ein gutes Nussöl, das ich für Dressings verwende. Trüffelöl gehört für mich verboten, das ist ein Placebo, denn da sind gar keine Trüffel drin, sondern nur künstliche Aromastoffe. Es gibt aber Trüffelbutter, die schmeckt fantastisch zu Spiegeleiern. Mit diesen drei Ölen kann man übrigens  super experimentieren: Ich fülle mir immer normales Olivenöl in ein Fläschchen und mische es mit frischem Rosmarin. Euch verrate ich es: das ist auch mein absoluter Geheimtipp zum Grillen, damit gelingt es immer!"
Jochen Bendel grillt???
"Natürlich! Auf meiner Dachterrasse steht ein Lava-Gasgrill, damit bereite ich rund ums Jahr mein Fleisch zu. Ich mag den Grillgeschmack, ich liebe den Akt des Grillens. Hühnerbrust, Lendensteaks, ich bin ein Fan von kurzgebratenem, sprich gegrilltem Fleisch, das geht schnell und hinterlässt keine Gerüche in der Wohnung. Aber ich mag auch Aufläufe und Gerichte aus dem Ofen. Zu den Steaks reiche ich einen Salat von knackigen Keniabohnen, roten Zwiebeln und Feta, und lauwarme Linsen mit Fenchel."
Ganz ohne Kartoffeln & Co?
"Ich esse wahnsinnig gerne Gemüse und Salate, da braucht es keine weiteren Beilagen. Ein bisschen lebe ich nach dem Trennkost-Prinzip, man fühlt sich nach dem Essen nicht voll gefressen. Klar esse ich auch Pasta - Pasta macht glücklich! - allerdings selten mit Fleisch. Sämige-leckere Pasta al olio mit ein paar italienischen Tricks, hm, das zeige ich Euch im Laufe meiner Gourmet-Kochfolge, wie das richtig geht."
Dafür benötigt man wahrscheinlich viele Küchenmaschinen?
"Nö. Die einzige, die ich besitze, ist eine Eismaschine! Die habe ich von meiner Oma bekommen, ich benutze sie sehr oft, mache Sorbets und Eiscreme. Ach ja, und natürlich Mixer, Pürierstab und Entsafter. Mehr brauche ich nicht, alles andere wird manuell hergestellt. Bei vielen darf auch gemogelt werden."
Gemogelt?
P1000067 2"Nudeln muss man heutzutage nicht mehr selber machen, und fertigen Blätter- und Strudelteig kann man prima verwenden. Das gleiche gilt für Tortenböden."
Immer gewappnet für unerwarteten Besuch also?
"Manchmal rufen spontan Freunde an, die gerade in der Stadt sind – ich habe immer etwas im Hause, Grundzutaten sowieso. Ich hab’ mir auch angewöhnt, nicht mehr jeden einzelnen zu fragen, was er essen mag. Das habe ich früher gemacht, ein Riesenchaos, und ich habe aufgetischt ohne Ende. Heute koche ich einfach. Und wer Vegetarier ist, bekommt halt nur Gemüse und ausgefallene Salate. Und es kommt immer gut an! Jeden Donnerstag lade ich bis zu zehn Personen ein, Leute aus meinem Freundeskreis, die ich wild zusammenwürfle und bekoche. Da geht es dann, wie bei meinen Kochshows, nicht nur darum, die Gäste gut zu bewirten, sondern auch, sie gut zu unterhalten."
Jochens absoluter Pluspunkt.
"Danke! Auf dem Foto hier seht ihr mich übrigens mit meinem Vorbild, dem Sternekoch Eckart Witzigmann. Jedenfalls: beim VOX Promi Dinner hab’ ich zum Beispiel ein Karotten-Melonen Capuccino mit Kokosschaum im Glas gemacht. Als Hauptgang habe ich auf der heißen Platte Gemüse gegrillt und zuvor schon im Ofen den Loup de Mer mit Thymian und Salzkruste vorbereitet. Darüber haben wir sizilianische Zitronen gepresst, alles am Tisch, damit ich nicht ständig in die Küche laufen musste. Als Dessert gab es selbstgemachtes Mandeleis aus frischer Bauernmilch."
Lecker,  frische Kuhmilch!
"Damit bin ich aufgewachsen. Heute bekomme ich sie von einem Bauern aus Niederbayern zum Verfeinern von Suppen und Desserts, ich verwende sie unter anderem anstelle von Sahne."
Kochen mit Jochen! Wir sind soooo gespannt. Und lernen von ihm ...

About Jochen BendelSNC11316
1972 im unterfränkischen Alzenau geboren, war schon früh klar, dass Jochen Bendel irgendwann bei den Medien landet. Schon als Schüler absolvierte er eine klassische Musik- und Gesangsausbildung sowie eine Sprecherausbildung obendrein. Und als Schulbub sammelte er bereits erste Erfahrungen als Sprecher in Werbespots und Hörspielen. Nach dem Abitur folgte ein Redaktionsvolontariat beim BR, und er wurde Moderator bei Radio Bayern 3. Aber auch das Fernsehen reizte ihn – mit Erfolg: ab 1990 moderierte er das Musikmagazin P.O.P. auf Tele 5, für das er ein Jahr später in Cannes mit dem Preis „Best International Music Programme" in Gold ausgezeichnet wurde. 1992 der Durchbruch: mit der Gameshow „Ruck Zuck", die er bis 2005 auf RTLII moderierte und damit Kult wurde. Parallel dazu arbeitete Jochen Bendel weiterhin fürs Radio, veräppelte von 1993 bis 1997 als „Dr. Ben" die Hörer mit Nonsense-Telefonanrufen. Als „Nachtfalke" gab Jochen Bendel in der gleichnamigen TV-Late-Night-Comedy bissige Kommentare zur laufenden „Big Brother"-Staffel ab und moderierte ab 2005 mit Oli P. die Live-Show „Big Brother – Das Dorf" auf RTLII. Und: Jochen Bendel ist auch häufig als Synchronsprecher im Einsatz. Er ist die deutsche Stimme von Jack Plotnik (Powder Girl) und Mike Doyle (CSI Miami) Und, was kaum einer weiß, Jochen Bendel spricht auch die aktuelle TV- und Funkspot Kampagne für McDonalds Kids-Menues. Foto: Jochen Bendels Großvater. Auch er war Koch und hat schon früh Bendels Kochleidenschaft geweckt. Mehr dazu in Teil 1 unseres großen Interviews. Infoklick: www.jochenbendel.com

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