Die Münchner Fashion-Schule ist Talentschmiede und Sprungbrett in die große weite Modewelt

Jung, avantgardistisch, esmod(isch)

Spätestens seit die Models auf dem Laufsteg Namen haben, Daily Soaps und Kult-Comedies wie „Sex and the City" sich neben flotten Sprüchen ausgiebig mit atemberaubenden Outfits beschäftigten und neuerdings die Designer von morgen sogar per TV-Castingshow ermittelt werden, spätestens da hat die Welt der Mode ein neues Bewusstsein bekommen. Es geht nicht darum, aus dem Kleiderschrank einfach irgendein Teil zu schnappen –„passt schon" – sondern Mode ist viel mehr: ein Lebensgefühl. Aber, wie lernt man das, von der ersten vagen Idee bis zum Traumkleid in der Nobelboutique? Eine der besten „Werkstätten" für Nachwuchskreationen ist die internationale Modeschule ESMOD. Junge, hippe Designer wie Marcel Ostertag oder Kay Rainer, die jetzt die Branche aufmischen, haben dort ihr Handwerk gelernt. 

Foto: Werner Lee Grawe    Foto: Werner Lee Grawe     Foto: Werner Lee Grawe

Die Münchner Modeschule mit französischen Wurzeln zählt seit mehr als 165 Jahren zu den führenden privaten Ausbildungsstätten der Welt, die Stammhäuser stehen in München und Berlin, hinzu kommen 21 Dependancen in 14 unterschiedlichen Ländern wie Frankreich, Indonesien, Brasilien, Norwegen und Japan. Mit der dreijährigen Ausbildung in den beiden Fachrichtungen Stylismus (das, was gutes Design ausmacht) und Modelismus (das Umsetzen der Skizze bis zum fertigen Kleidungsstück) eignet sich die Schule zum super Sprungbrett fürs eigene Label. 

Werner Lee Grawe lichtete für uns die Show FASHION MEETS ART & THE MOVIES BY ESMOD im Gloria Palast am Karlsplatz ab. Und zeigte sich hellauf begeistert von der fulminanten Inszenierung, den herausragenden Kreationen und den Models: "Ein Fashion Ereignis der ganz besonderen Art! Man hatte das Gefühl in New York oder London zu sein, eine unglaublich spannende Show", so der Glamour-Fotograf.

Foto: Werner Lee Grawe    Foto: Werner Lee Grawe    Foto: Werner Lee Grawe

... Prima, Setzen, Eins: Klassenziel erreicht. Denn internationales Flair zu verbreiten, die Visionen von Mode, Trends und Style möglichst perfekt umzusetzen, sind primäre Aufgaben von ESMOD – schließlich sollen die Eleven beste Voraussetzungen erwerben, um später in der großen weiten Modewelt Fuß zu fassen. Und die Liste der Absolventen liest sich mittlerweile wie ein kleines Who’s Who der Branche: So gehören unter vielen anderen auch der Londoner Fashion Designer Marios Schwab dazu, der zu den trendigsten Newcomern zählt, die Münchnerin Lola Paltinger mit ihren erlesenen Trachtenkreationen nicht nur zur Wies’n-Zeit, Sonja Kiefer, die sich mit raffinierten Abend- und Cocktailkleidern einen Namen gemacht hat, das „Enfant terrible" Patrick Mohr (war auch auf der Berliner Fashion Week vertreten), oder Damir Doma, der erfolgreich Männermode designt. Die ehemaligen ESMODler, die ihren Diplomabschluss in der Tasche haben, tummeln sich heute in New York, Paris oder einer anderen Metropole, haben entweder ein eigenes Label oder einen Job in der Moderedaktion von Hochglanz-Magazinen wie „Vogue" und „Madame", bei namhaften Modefirmen wie „Strenesse Blue", arbeiten als Junior Product Manager bei „Joop!", als Designerin bei „Helmut Lang" oder als Design Director bei der glamourösen Dessous-Marke „Victoria Secret". Weitere Job-Möglichkeiten: bei Agenturen oder als Kostümbildner an Theatern wie dem Düsseldorfer Schauspielhaus, Prinzregententheater München und dem Deutschen Theater Berlin. Oder sie arbeiten als Freelancer.

 Foto. Werner Lee Grawe Foto: Werner Lee Grawe Foto: Werner Lee Grawe

Leicht ist der Weg in die Welt der Mode keineswegs, eher ziemlich steinig – oder, wie eine Absolventin es beschreibt: „Nicht Spiel, Spaß und Party, sondern keine Zeit für Mittagessen, Abgabetermine und Stress pur." Höhepunkt der ganzen Ackerei sind jeweils die Modenschauen, in denen die Schüler ihr ganzes Können vor Publikum präsentieren können. „Den Betrachter in Bann ziehen zu können, ihm ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, erfordert heutzutage eine Menge ‚Whatever’...", weiß Ingo Brack, Art Director bei ESMOD sowie Coach der Nachwuchsdesigner bei der ProSieben-Castingreihe „The Next Fashion Talent". Denn in der Branche gibt es offenbar eine achte Todsünde: Langeweile. Leidenschaft, gepaart mit Talent, ständigem Training und Lernen ist das, worauf es am meisten ankommt. Und wenn bei den Entwürfen der Schritt von „oll" zu „toll" gelingt – dann werden wohl bald neue Sterne am Modehimmel aufgehen. 

Foto: Werner Lee Grawe Foto: Werner Lee Grawe Foto: Werner Lee Grawe
Text: Jutta Bök

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