Inga Tränker

Vom Topmodel zur Topmalerin

Als Schwabing noch wild war und Namen wie Uschi Obermaier und Klaus Lemke en vogue, da war auch Inga Tränker dabei. In den Siebzigern, während Inga in den Zwanzigern war und Models noch Fotomodelle hießen, modelte sie für Werbekampagnen, Kataloge und die Deutsche „Vogue", drehte Spots für Dior und Estée Lauder und hatte auch keine Probleme mit freizügigen Aufnahmen für „Penthouse". Und Inga träumte von der großen Liebe. Inzwischen ist die gelernte Maskenbildnerin als Malerin in aller Munde – und von der großen Liebe träumt die Wahlmünchnerin noch immer, wie man in ihren Gedichtbändchen nachlesen kann. Mal war sie zwei Jahre lang die diskrete Geliebte vom Konzernherrn Friedrich Karl Flick, zuletzt fand sie ihr Glück beim buddhistischen Mönch Bhante Dhamma aus Sri Lanka. Bis sie unsanft auf dem Boden landete, seinen Egoismus durchschaute und die Erlebnisse in ihrem Buch „Der sündige Mönch" verarbeitet hat. Ihre - vorwiegend großformatigen Bilder indes regen zum Träumen an. Und bestechen durch kräftige Farben wie ein intensives Rot oder Gelb, Gold und Blau. Bevorzugten Themen: Frauen, Farben, Kreuze, Engel, Clowns, Buddhas und Elefanten. In unserer großen Foto-Story erfahren Sie alles über Inga Tränkers aufregenden Lebensweg....
                                                                                                                                                                                            Fotos: Dimitri Davies / Inga Tränker
  
                                                              Inga Tränker als Supermodel in den Siebzigern  - und heute mit 60
Angst vorm Älterwerden
Inga Tränker: „Wenn ich daran denke, noch einmal schwer krank zu werden, das macht mir manchmal schon Angst. Ich fände es auch schrecklich, hilflos zu werden und dann auf andere Menschen angewiesen zu sein. Aber ansonsten ist es schön, älter zu werden. Ich werde tiefer, weiser und freier." 

Bilder
Inga Tränker: „Die Arbeit an meinen Bildern ist unterschiedlich lang. Mal dauert es eine Woche, mal einen Monat, mal ein ganzes Jahr, bis das Bild fertig ist. Ich arbeite immer an mehreren Bildern gleichzeitig, lasse sie trocknen und beginne in der Zwischenzeit ein neues Werk." 

Erfolg
Inga Tränker: „Meine bislang erfolgreichsten Ausstellungen hatte ich in Berlin, München und Wien."

Großformat
Inga Tränker: „Wenn ich meine Bilder vorbereite, lasse ich mich einfach treiben, lasse meinen Ideen und Phantasien freien Lauf, spüre ihre Kraft. Meistens werden es dann Großformate. Ich habe auch kein Problem damit, sie selber zu tragen. Dann habe ich weniger Angst, dass ihnen etwas passieren könnte."

Hund
Inga Tränker: „Ich habe jetzt einen Hund, meinen sieben Monate alten Romeo. Einen weißen Malteser Tempelhund, den ich sehr liebe. Ich habe ihn extra aus Rumänien geholt, denn mein Vater ist dort geboren – ich glaube an die Wiedergeburt."

International
Inga Tränker: „Meine Bilder hängen überall auf der Welt, in New York ebenso wie in Zürich, Berlin, Wien, Barcelona, Italien und Hamburg".  

   
                               Wertanlage: Ein Tränker! Kunstkritiker prognostizieren der Expressionistin eine große Zukunft 

    
Oben: "Lotusblüte", "Clown". Diese Reihe: "Elefantenfrau", "Wiedergeburt", "Elefantentanz".                                             www.ingatraenker.de

Kunstmetropole München
Inga Tränker: „Es ist schwierig, hier Fuß zu fassen, da ausländische Künstler bevorzugt werden, daher habe ich zum Beispiel wenig Chancen, dass meine Bilder in der Pinakothek ausgestellt werden. Aber ich mag München sehr. Ich liebe das Dörfliche, man kennt dadurch alle Leute und ist nicht so anonym wie in anderen Großstädten. Wenn ich meine Brötchen beim Bäcker kaufe, spricht er mich mit Namen an, auf der Straße grüßen mich die Leute."  

Lebensmotto
Inga Tränker: „Gute Taten tun, denn das Karma entscheidet über das nächste Leben. Mit Freude und Weisheit zu leben, ist die beste Medizin." 

Liebe
Inga Tränker: „Liebe kann man nicht genug geben, sie ist jeden Tag aufs Neue ein besonderes Geschenk."

Männer
Inga Tränker: „Letztes Jahr war ich sehr verliebt in einen buddhistischen Theravada-Mönch aus Sri Lanka. Ich habe gerade ein Buch darüber geschrieben, „Der sündige Mönch", ein autobiografischer Roman, der demnächst erscheinen wird. Ich war seine Freundin, seine heimliche Geliebte, aber seine Gefühle stellten sich als einzige Lüge heraus."

Markenzeichen
Inga Tränker: „Markenzeichen meiner Bilder sind große Formen, große Formate und kräftige Farben wie ein intensives Rot oder Gelb, Gold, Blau. Als Materialien benutze ich Öl, Acrylfarben, Kohlestifte, Bleistifte, Leinwände, Papier, Tapete, Holz, Stein und Ton."
   
      Inga Tränker - schön wie Gott sie schuf - räkelt sich mal auf einer Jacht in Südfrankreich, mal auf dem Cover des Magazins "Penthouse" 1981
Nonne
Inga Tränker: „Auf der Suche nach neuen Wegen habe ich eine Zeitlang in Klöstern gelebt, um möglicherweise Nonne zu werden. Ich habe viel über Buddhismus gelernt und mehr über das Leben erfahren. Und ich habe gelernt, in der Stille zu meditieren."

Promis 
Inga Tränker: „Durch meine Ausstellungen kenne ich unter anderem persönlich Saskia Vester, Timothy Peach, Abi Ofarim, Uschi Prinzessin zu Hohenlohe, Uschi Dämmrich von Luttitz und den bekannten Buchautoren Ali Mitgutsch, Ottfried Fischer, Christine Rückert, Manfred Schnelldorfer, Karin Thaler, Cleo Kretschmer, Antonio di Mauro, Otana Mirza, Ingo Neise, Wolfgang Fierek, Hansi Hinterseer, Uwe Ochsenknecht und Prof. Wolfgang Längsfeld sowie den inzwischen leider verstorbenen Thomas Fuchsberger."

Stil 
Inga Tränker: „Mein Stil ist eine Mischung aus expressiver, abstrakter und konkreter Malerei."

Themen
Inga Tränker: „Zu meinen Themen gehören Frauen, Farben, Kreuze, Engel und Clowns. In letzter Zeit sind auch Elefanten und Buddhas hinzu gekommen. Je nach Stimmung finde ich meine Themen, es kommt darauf an, ‚wie ich selber drauf bin’. Bei der Arbeit an meinen Bildern begleitet mich immer die Musik von Mozart, die eignet sich am besten für neue Inspirationen."

Unterstützung
Inga Tränker: „Ich habe ein großes Netzwerk, auf das ich zurückgreifen kann, wenn ich Unterstützung brauche. Je nachdem, wie groß meine Ausstellung wird, organisierte ich mal zwei, mal vier Helfer." 

Vorbilder
Inga Tränker: „Arnold Böcklin bewundere ich sehr, die gewaltigen, großen Formen inspirieren mich sehr, ebenso Picasso in seiner Vielschichtigkeit. Ich gehe gern in die Neue Pinakothek, stehe stundenlang vor Böcklins großen Bildern, die mich zu neuen Ideen anregen. Hohe Bewunderung und Wertschätzung habe ich auch für die einzigartige Künstlerin Frida Kahlo, soviel Schmerz und Leid! Und dennoch war sie voller Schönheit und Talent. Ich kann mich gut in ihr wiederfinden."

Weisheit 
Inga Tränker: „Seitdem ich einen Nervenzusammenbruch hatte, sehr lange Zeit krank war und durch die Hölle ging, würde ich für Geld nicht mehr alles tun. Ich konzentriere mich mehr auf mein Innenleben und versuche täglich im ‚Jetzt’ zu leben mit Meditation, Glauben und Beten und dem Loslassen der Vergangenheit. Ich beschäftige mich auch mit dem Buddhismus. Man muss erkennen, dass der eigentliche Reichtum in dir selbst ist, und versuchen, danach zu leben, mit Freude und Weisheit, und darf nicht an Äußerlichkeiten zerbrechen."  

Zukunft
Inga Tränker: „Ich würde gern in Italien, in der Nähe von Verona ein kleines Künstlerhaus bauen, so dass sich dort verschiedene Künstler kennenlernen, austauschen und weiterentwickeln können. Mit vielen Tieren dazu und einem wunderbaren Menschen an meiner Seite, mit dem man mit Respekt leben kann." 
  
                                       Inga Tränker und die Poesie: mehrere Dutzend Gedichte hat sie bereits geschrieben
 
"Das Fotomodell" by Inga Tränker:
Termine Termine
Bauch einziehen! 
Hungern!
Nichts Essen
Magersüchtig!
Tablettensüchtig!
Gut Aussehen! 
Dünn sein! 
Fotostudios rein und raus
Taxi, Flughafen, Studio!
In die nächste Stadt
Funktionieren!
Die Hülle war schön und eben glatt 
Mein Herz war krank. 
Mein Gesicht von Schönheit gezeichnet,
mein Körper aalglatt.
Flog ich von einem Kontinent zum anderen für Magazine dieser Welt, 
brachte es doch sehr viel Geld, 
Ansehen und Ruhm.
Funktionierte ich von früh bis spät. 
Viele Jahre sind vergangen
Ein Zusammenbruch im Flugzeug kam
landete im Krankenhaus, 
da kam ich so schnell nicht mehr raus
Von Ausschlägen gezeichnet 
über den ganzen Körper, 
Atemnot!
Kurz vor dem Tod!
wachte ich aus dem Koma wieder auf, 
Was hab ich nur? Was ist passiert?
Fragen über Fragen
Händeringend auf  mein Neues Leben besinnend.
Ich wollte mehr vom Leben wissen,
nicht Fassaden, meine Seele schrie,das Herz tat weh
vor Trauer, ich will Leben !
Glück gehabt
 malte viele Bilder  
 und machte aus der Hülle 
 eine tiefe Ebene
 Gott sei Dank!
 kann ich jetzt sehen oder säen, 
 schreien, weinen, lachen, 
 leben und lieben.

"Aufgepasst" by Inga Tränker:
Mein Prinz zu hohem Roß
brich’ Dir nicht das Genick
mein Prinz
Stolz ritt er von dannen
hohen Hauptes
peng, peng, peng
Ein Graben

weitere Artikel