Jugendreporter Raphael interviewt den Erfinder der „coolen Haie“

Ein besonders cooler Autor!

 
Raphael beim Lesen seines Lieblingsbandes "Eiskalte Gefahr"                                                         Peter M. Hetzel, Foto: (c) 2008 by Jens Jeddeloh     
                                                                                                                                               
Er schreibt nicht nur Bücher, er spricht auch über Bücher. Bevor Peter Hetzel selber zur Feder griff, arbeitete er als Lektor und bekam dadurch Kontakt zum SAT.1-Frühstücksfernsehen. Seit 1987 ist er dort Moderator, verfasst Fernseh- und Buchrezensionen und führte u.a. Interviews mit so berühmten Schriftstellern wie Günter Grass, Martin Walser, Michael Crichton und Umberto Eco. Für Boulevard Schwan wird er nun selber interviewt. Jugendreporter Raphael sprach mit dem Buchautor, Journalisten und Moderator über coole Haie, Eishockey und seine Lieblingsstadt.   

Lieber Herr Hetzel, in Ihrem Actionroman „ Die Coolen Haie" geht es hauptsächlich um Eishockey - wie kamen Sie auf dieses Thema? 
Peter M. Hetzel: "Ich sehe mir gerne Sportsendungen an und ärgere mich, wenn beim Fußball immer der Ball zurückgespielt wird. Das ist ja ziemlich langweilig! Eishockey ist aber 1.000mal schneller und spannender! Ich wollte unbedingt herausbekommen, ob ich Jugendbücher schreiben kann und hab mir vier vollkommen unterschiedliche Typen ausgedacht, die in einem Internat leben, weil ich das aus meiner eigenen Jugend kannte. Also habe ich 1 und 1 zusammengezählt, und „Die coolen Haie" waren geboren".
Haben Sie früher selbst Eishockey gespielt oder spielen Sie es heute noch? 
Peter M. Hetzel: "Die Frage lässt sich ganz einfach mit einem klaren „Nein" beantworten".
Sie sind Autor, Journalist und Moderator, macht Ihnen das Spaß? 
Peter M. Hetzel: "Wie immer hat die Medaille zwei Seiten. Ich schreibe gerne Bücher, weil ich meiner Phantasie freien Lauf lassen kann, aber manchmal fällt mir auch gar nichts ein. Als Journalist hat man den Vorteil, viele interessante Menschen zu treffen,  und man lernt tatsächlich ein wenig die Welt kennen. Schade dabei ist, dass man oft nicht genügend Zeit hat, sich mit einem Thema tiefergehend zu beschäftigen. Als Moderator hat man noch weniger Zeit, meistens nur vier Minuten, um zu erklären, warum ein Buch gut oder schlecht ist. Dafür ist es immer aufregend, in einem Studio zu sitzen und zu wissen, dass ganz viele Zuschauer zusehen und zuhören". 
 
EISHOCKEY SPIELER SIND RITTER DER MODERNE
Was machen Sie in Ihrer Freizeit? 
Peter M. Hetzel: "Leider habe ich nicht so viel Freizeit. Wenn ich mal ausnahmsweise Zeit für mich habe, bastele ich an meinem alten Cabrio herum. Das ist ein MG Midget aus dem Jahr 1965. Andere haben eine Modeleisenbahn im Keller stehen, bei mir ist es ein englischer Zweisitzer."
Cool. Haben Sie Kinder, und spielen sie gern Eishockey?
Peter M. Hetzel: "Mein Sohn heißt Tobias und ist 17 Jahre alt und kann genauso wie ich nicht einmal Schlittschuhlaufen. Dafür ist aber die 12jährige Sophie genau wie ihre Mutter ein Naturtalent auf dem Eis." 
Was fasziniert Sie denn an dem kalten Eissport? 
Peter M. Hetzel: "Eishockeyspieler sind die Ritter der Moderne. Sie tragen eine Rüstung, sind mutig und draufgängerisch. Außerdem gehen sie nie einem Faustkampf aus dem Weg. Ich bewundere die Schnelligkeit auf dem Eis und die Fähigkeit, blitzschnell zu reagieren. Das sind tolle Typen!" 
Haben Sie auch einen Lieblingsverein?
Peter M. Hetzel. "Mein Lieblingsverein sind natürlich die Hamburger Freezers". 
Woher haben Sie diese zahlreichen Inspirationen? 
Peter M. Hetzel: "Die stellen sich meistens nach dem Aufwachen ein, wenn ich noch ein wenig im Bett liegen kann und zu faul zum Aufstehen bin. Ansonsten muss man sich das wie für einen guten Deutsch-Aufsatz erarbeiten. Wer viel liest, dem fällt auch viel ein." 
Bis jetzt gibt es sechs Bände, werden noch welche hinzukommen – und welches davon ist Ihr persönliches Lieblingsbuch?
Peter M. Hetzel: "Jedes Buch hat Stärken und Schwächen, das ist ganz normal. Außerdem würde man hinterher immer gerne noch etwas ändern. Am meisten Spaß hat mir Band 4 gemacht, weil die Geschichte so schön verrückt ist, und auch Band 6 war schnell geschrieben. Band 1 und 2 und 3 waren aufregend, weil ich wenig Zeit hatte, damit alle im selben Monat erscheinen konnten. Nur bei Band 5 musste ich mir am meisten den Kopf zerbrechen. Jetzt kommen erst mal die Taschenbücher, und dann geht’s auch mit der Serie weiter... "
 
HAMBURG IST NOCH EIN BISSCHEN COOLER ALS MÜNCHEN
Sie leben in der Nähe von Hamburg, fahren Sie denn auf der Elbe? 
Peter M. Hetzel: "Hamburg ist, und es tut mir leid für München, die schönste Stadt der Welt. Ich liebe die Innen- und die Außenalster. In dem kleinen Vorort, in dem ich lebe, fließt die Elbe direkt am Freibad vorbei. Wenn man auf der Wiese liegt, kann man also entweder die Schiffe auf der Elbe beobachten oder die Turmspringer bei ihren Arschbomben beklatschen. Und selbstverständlich mache ich selbst auch gerne eine Bootstour auf der Elbe".
Und wo gehen Sie gern hin, wenn Sie in München sind? 
Peter M. Hetzel: "Als guter Tourist mag ich natürlich besonders den Englischen Garten und die schönen Biergärten".
Gibt es eigentlich die Stadt Elsternheim, in der die „coolen Haie" leben, wirklich? 
Peter M. Hetzel: "Diese Stadt gibt es wirklich, es gibt das Internat, das Gymnasium und die Realschule. Aber ich werde nicht verraten, wo genau dieser wunderbare kleine Ort liegt. Das bleibt mein Geheimnis..."

About Peter Hetzel
Seine Welt sind die Bücher. 1960 in Meisenheim am Glan in der rheinland-pfälzischen Provinz  geboren, machte er eine Ausbildung zum Verlagsbuchhändler – denn seine Nase hatte er schon immer gern in Bücher gesteckt. Er wurde Lektor für Kriminalromane beim Rowohlt Taschenbuchverlag und war in dieser Funktion mal Gast beim Sat.1-Frühstücksfernsehen. Eine Kehrtwende in seiner Karriere: Seit 24 Jahren ist er jetzt selber dort Journalist und Moderator, stellt als „Herr der Bücher" die neuesten Veröffentlichungen vor. Bis der sympathische Familienvater selber Lust am Schreiben bekam und seit 2007 die Jugendbuchreihe „Die coolen Haie" herausbringt, über vier Freunde, die das öde Internatsleben aufmischen, leidenschaftliche Eishockey-Spieler sind und eines Tages unbedingt in der Nationalmannschaft spielen möchten. Im Moment schreibt er an einer neuen Serie von Jugendbüchern für Leser ab zwölf über einen Jungen, der seine übernatürlichen Fährigkeit in den Dienst der Gerechtigkeit stellt. Im Frühjahr 2012 wird der erste Band im Baumhaus Verlag erscheinen.  
Eiskalte Action & Humor: "Die coolen Haien"

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