Boulevard Schwan bei der rasanten Rhetorikshow von und mit Winfried Bürzle

Du sollst nicht stoibern!


Stimmen vor der rasanten Rhetorikshow von Winfried Bürzle:

Foto: © Nina Angerer



Wusstet Ihr, dass der Mann Deutsch und Geschichte studiert hat? Außerdem hat er sich als Schauspieler ausbilden lassen. Ist eben keiner von den Berieselungs-Comedians mit den rüden und müden Gags aus dem TV.

Ja, und der Winfried Bürzle hat seit 30 Jahren den Bayerischen Rundfunk, also öffentlich-rechtlich, und auch zwischendurch jahrelang die private Radiolandschaft in –zig Funktionen mitgeprägt – der weiß, wie man öffentlich auftritt. Aber ist das Thema nicht ein bisschen trocken, er redet über das Reden bei Reden?

Da gibt es viel Nachholbedarf, oft auch bei den sogenannten Profis. Jeden erwischt es doch mal, dass er mehr oder weniger Worte an ein Publikum richten muss, vielleicht auch nur anlässlich eines Geburtstages, oder?
Lass Dich mal überraschen, werde Deine Lacher penibel mitzählen…

Wieso, ich dachte, der doziert mehr, so wie an der Uni. Da hält der doch auch gelehrte Vorträge, oder?

Und coachen tut der auch, Manager aus der Wirtschaft und Politiker. Stoiber hätte das wohl gutgetan, wenn ich da an die berühmte Transrapid-Rede denke, herrlich, die mal wieder zu hören!

Hä, was ist denn coachen?
Winfried Bürzle

Winfried Bürzle

Foto: © Nina Angerer



Stimmen in der Pause der rasanten Rhetorikshow:


Mei, hab ich Tränen gelacht! Wenn Du so vielfältig und unterhaltsam mitkriegst, wie man es nicht machen soll – schon von der Körperhaltung her, verkrampfter Mimik und Gestik. Und oft fehlt dann sogar der Inhalt. Das geht doch gar nicht! 

Da habe ich immer meinen Chef vor Augen, der nicht mal eine simple Präsentation hinkriegt, ohne total hysterisch zu werden. Der hampelt panisch rum, und seine Bassstimme wird zur Sirene.

Und meiner kann gar nicht aufhören zu quasseln, ohne Punkt und Komma, sagt überhaupt nichts, tut aber so.

Aber der Herr Bürzle hat doch gemeint, dass der Inhalt nicht zwangsläufig im Vordergrund stehen muss: "Auf das Wie kommt es an – nicht auf das Was.”

Das heißt doch nicht, dass ich das Thema der Rede vergessen soll. Der will uns doch nur zeigen, dass ich meine Zuhörer eben auch durch meine Körpersprache, die Phrasierung, Intonation, wenig Manierismen undsoweiter in meinen Bann ziehen kann. Anscheinend entscheiden schon die ersten Sekunden, wie ich bei den Leuten ankomme.

Foto: © Nina Angerer


Hä, was sind das für Fremdwörter – Phrasendrescherei, Intonationale und schlechte Manieren?


Stimmen nach Winfried Bürzles rasanter Rhetorikshow bei einem Glas Wein:


Mei, so einen Lehrer hätte ich gern gehabt. Und irgendwie kommt der gar nicht so rüber, eher so spielerisch und humorvoll, ohne Jemanden bloßzustellen. Die vielen Einspieler haben illustriert, dass ich eigentlich gar keine Angst zu haben brauche – schlimmer geht’s nimmer.

Genau, Du lernst was, ohne zu pauken und amüsierst Dich noch dabei, tolles Edutainment. Wetten, sowas bleibt länger im Gedächtnis?

Foto: © Nina Angerer


Geht mir auch so, habe doch einiges an Zuversicht durch seine Tipps gewonnen. Muss nächste Woche die neue Filiale eröffnen, sicher ohne feuchte Hände wie früher. Werde mir Herrn Bürzle allerdings vorher nochmal in der Drehleier reinziehen.

Ui, gebongt, logo! Mir hat am besten gefallen, dass ein Satz nicht mehr als acht Worte haben und aus lediglich einem Gedanken bestehen sollte. Darauf werde ich meinen Boss mal dezent hinweisen.

Schade,  am 14. November bin ich schon verplant, aber im neuen Jahr am 23.01.2014  ginge es bei mir – wer kommt mit?

Freilich, bin dabei – und was ist Edutainment?

Text: Andreas Radau
Boulevard Schwan erlebt Winfried Bürzles Rhetorikshow


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