Klaus-Dieter Runow zeigt vielfältige Wege auf, dem Krebs Paroli zu bieten

Krebs. Eine Umweltkrankheit?


Foto: © Südwest Verlag

Dieses Buch beginnt mit dem Tod.

Die Diagnose lautet auf Krebs – ein Schock?! Und nun fängt die Maschine an zu rattern. Haben wir wirklich die großzügige Wahl zwischen Chemo-, Bestrahlungs- und OP-Maßnahmen? Dürfen wir dafür dankbar sein?
Ja. Wir werden sterben. WANN, WORAN, in welchem Zustand auch immer. Sinngemäß hat Woody Allen ehedem das Bewusstsein schärfen wollen und jeden gelebten Tag für ungültig erklärt, an dem wir nicht einmal daran dächten, es könne der Letzte sein. Das tun er und andere weiterhin, unermüdlich.
Klaus-Dietrich Runow allerdings kümmert sich schwerpunktmäßig und elaboriert um WIE das gelingen sollte. In seiner umfangreichen, detaillierten und klug strukturierten Abhandlung „Krebs – Eine Umweltkrankheit?" bemüht er sich um eine Versöhnung zwischen den „mittelalterlichen Methoden" der Behandlung – und der (Er-)Kenntnis mensch- und damit selbst geschaffener Bedingungen. Letzteren „Umweltfaktoren" vermag Mann/Frau vorab wirksam, wenn auch zuweilen eingeschränkt, entgegenzutreten. Eine natürlich gesunde Lebensführung ist lediglich in Abhängigkeit der jeweiligen Situation möglich. Wenn mein Arbeitsplatz gewisse chemische Risiken birgt; Kosmetika, Feinstaub, einseitige Ernährung, Drogeneinfluss und mangelnde Bewegung etc. zu sehr Raum greifen, dann sinken zwangsläufig meine Chancen, risikoarm eine Krebserkrankung zu vermeiden oder wenigstens aufzuschieben. Aber ich lerne die potentiellen Ursachen kennen.
So habe ich vielfach eine ganz andere Wahl, um „...meine Zellen wieder in den natürlichen Prozess einer Wachstumskontrolle zu überführen."

Sagte ich ‚vorab’, also vor der Diagnose? Nun, das leuchtet ein – echt neu ist das ja nicht, oder?

Die eigentliche Stärke des Buches liegt in der umfassenden Orientierung eines bereits betroffenen Patienten, und damit nahezu jedem zweiten Menschen. Es schafft breites Wissen über die bedrohliche Situation und verhilft mir zu einordnenden und hilfreichen Maßnahmen. Denn Unwissenheit zieht Unsicherheit, Angst - gar permanenten Schrecken nach sich. Schrecken lähmt oder lässt mich aufgeben, und das zu verhindern strebt der Autor an. Er setzt mutmachend auf eine „integrative Krebstherapie". Ein endloses Leben gibt es nicht, aber unterwerfe ich mich einem schier endlosen Tod?

Mannigfaltige Beispiele vom Umgang mit dem Krebs aus allen Berührungsmöglichkeiten, den Entzündungsherden dieser unserer "Umwelt" geben Hoffnung, einen Weg zu finden, auf der eigenen Spur zu bleiben. Eine persönliche Spur zu hinterlassen.

Dieses Buch beginnt mit dem Tod - das LEBEN möge übernehmen.


Text: Andreas Radau
Boulevard Schwan beschäftigt sich mit dem Thema Krebs als Umweltkrankheit

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