Alles neu macht der Mai!

Barbara Hahlweg – das großartige neue Antlitz von „Mona Lisa“ im ZDF


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„Frauen, Männer und mehr" – so lautet der neue Untertitel des traditionsreichen Gesellschaftsmagazins „Mona Lisa", das seit 7. Mai 2011 jeden  Samstag um 18 Uhr ausgestrahlt wird.
Fällt Ihnen etwas auf? Ganz richtig: im Zuge einer ZDF – Schemareform wird sich nach den Worten von Theo Koll, dem Leiter der Hauptredaktion „Politik und Zeitgeschehen" so Einiges ändern bei der beliebten Vorabendsendung, die bisher einen vermeintlich rein frauenbetonten Approach innehatte.
„Auch wir wollen und müssen mit der Zeit gehen – die emanzipatorischen Gleichberechtigungsanstrengungen haben zumindest dermaßen zu einer situativen Verbesserung geführt, dass wir sie nicht zuungunsten echter zeitgemäßer Themen vernachlässigen können. Das schließt die Männer, deren Zuschaueranteil übrigens seit Jahren sich bis auf 42 Prozent gesteigert hat, unbedingt mit ein. Das heißt, dass vielleicht die Fragen dieselben bleiben, doch die Antworten ändern sich. Wir wollen für die neu entstandenen Lebensformen, in den von alters her diversifizierten Konstellationen - Stichwort „patchwork" -, Definitionen ergründen und Lösungsvorschläge entwickeln."
Sibylle Bassler, die Redaktionsleiterin von „Mona Lisa" ergänzt, dass bei der Qualität der Beiträge keine Abstriche gemacht würden, die Männer allerdings nunmehr „offensiver" angesprochen werden sollen:
„Wir nehmen heute soviel unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche wahr, dass wir uns deutlich entschieden haben, die Männer mit ins Boot zu holen. Das ermöglicht uns eine innovative Machart der Beiträge, die eine gewollte Mehrdimensionalität erlaubt. Denken Sie zum Beispiel an den Versorgungsanspruch der älteren Generation, der so wie früher nicht mehr funktioniert – reines Frauenthema? Aber nein! Auch ein Frauenthema – aber ja! Die Blickrichtung werden wir gewiss nicht vernachlässigen – sondern erweitern."
Barbara Hahlweg, vor allem als „Heute"- Moderatorin – in den vielfältigsten Ausprägungen - den meisten Zuschauern ein Begriff an ästhetischer Kompetenz, unterstützt die aktuelle Ausrichtung. Sie ist Mutter dreier Mädchen im Alter von 10,8, und 2 Jahren und verheiratet mit dem ebenfalls beim ZDF als Leiter der Hauptredaktion „Kultur und Wissenschaft" tätigen Peter Arens. Es sei ihr eine Ehre, dieses beliebte, große Markenmagazin „Mona Lisa" zu übernehmen. Und dies habe sie schon vor Jahren dreimal vergeblich versucht, vertraut sie uns an, doch nun sei es ihr wie auf den Leib geschnitten:
„Hier kann ich mich absolut einbringen – gesellschaftsrelevante Themen, von denen ich geradezu getrieben bin, einmal emotionaler umzusetzen, als dies in einer nüchternen Nachrichtensendung möglich wäre. Der reinen Tagesaktualität sind wir dort zu Recht unterworfen. Hier bei ML kann ich freier und meinungsstärker moderieren. Beide Formate haben ihre Herausforderung – hier bei ML darf ich näher bei den Menschen sein, und da zahlt sich das qualitativ positive Image dieser Sendung aus, denn die meisten Angesprochenen sind aufgrund unseres Anspruches zu Interviews und der näheren Beleuchtung ihrer Lebenssituation bereit."
Ursula Hopf hat das „Relaunch System" konzipiert und erläutert, dass es innerhalb der gebliebenen Sendezeit von 30 Minuten weiterhin fünf bis sechs Filmbeiträge geben werde, die um aktuelle Wochenthemen kreisen. Zusätzlich würden diese erweitert um drei wesentliche Bausteine:
„Eine engagierte On-Reportage, bei der das Publikum den/die Reporter/in bei Auswahl, Recherche, Aufbereitung, Begegnung mit den Protagonisten der Story und dem Fazit begleiten. Zweitens ein eher stark gefühliges Thema, wie zum Beispiel Leben mit einer Schuld oder der Verarbeitung von Traumata möchten wir als „Herzstück" schildern. Und dann wird noch eine Rubrik mit dem Arbeitstitel „Hinterm Rampenlicht" eingeführt – ein/e ausgewählte/r Prominenter erzählt über einen besonderen Wendepunkt oder gar eine Krise in seinem Leben."
An die bezaubernd anzuschauende Barbara Hahlweg haben wir noch so einige Fragen, zum Beispiel zum Thema München – sie hat  an der Ludwig-Maximilan-Universität ein Magisterstudium der Kommunikationswissenschaften mit den Nebenfächern Volkswirtschaft und Markt- und Werbepsychologie abgeschlossen. Ursprünglich stammt sie aus Erlangen. Dort war ihr Vater als langjähriger Oberbürgermeister eine feste Größe und machte sich einen speziellen Namen als „Fahrrad-OB".
„Nach wie vor fahre ich sehr gern Fahrrad, so weit sich das mit meinen Kindern vereinbaren lässt in Mainz. In München war es das ganz selbstverständliche Fortbewegungsmittel für mich. Inzwischen tendiere ich zunehmend zu Yoga. Doch ich habe mich bewusst weiterhin für Mainz entschieden, das ist der Lebensmittelpunkt meiner Familie. Außerdem will ich auf keinen Fall unsere Kinderfrau missen, die dort wohnt und unser „Chaos" ebenso effektiv wie liebevoll managt. Ansonsten haben wir Hort und Ganztagesschule, die uns das Leben erleichtern. Ich weiß, was Familie und Beruf bedeuten. Aber den Trubel meiner Familie zuhause will ich nicht missen."BS 48159-2-06
Einen Schuss Nachdenklichkeit zeigt Barbara Hahlweg, wenn es um die tägliche Beanspruchung geht. So wünsche sie sich bisweilen einen Tag Ruhe im klösterlicher Abgeschiedenheit, der Ruhe wegen: „Es gibt natürlich immer wieder Momente, in denen mich mein schlechtes Gewissen quält. Manchmal fragen mich meine Kinder, warum die anderen Mütter immer zuhause sind und ich nicht. Dann versuche ich zu erklären, dass es wunderbar ist Kinder zu haben und einen Beruf, den man liebt. Und das ich hoffe, dass sie das auch mal so leben können."
Ob denn überhaupt noch Zeit bliebe für wirklich rein familiär erfahrene Urlaube? Selbstverständlich, das sei wichtig. Sehr beliebt sind Bauernhof-Ferien im Allgäu bei den Mädels.
Kleine Rezeptfrage zu Barbara Hahlwegs lange währender glücklicher Partnerschaft gefällig?
„Liebe dich selbst, und lass den Anderen so wie er ist. Wenn das klappt, ist schon viel gewonnen." Die Kinder kämen untereinander ebenfalls gut klar, die beiden Älteren würden den kleinen Nachkömmling sehr liebevoll miterziehen. Die Mutter möchte es allerdings beim Status Quo bewenden lassen; weder eine vierte Tochter noch ein erster Sohn seien geplant. Irgendwann habe sie beschlossen, sich von der perfektionistischen Mutternummer, die alles schaffen könne, zu verabschieden. Sie kenne ihre Grenzen.
„Nun fängt etwas völlig Neues für mich an. Ich freue mich riesig und bin zuversichtlich - schließlich habe ich eine engagierte und erfahrene Truppe im Rücken. Wir sind uns einig: eine reines Frauenmagazin ist nicht mehr notwendig – wir wählen Themen mitten aus dem Leben: Partnerschaft, der faire Umgang miteinander und natürlich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die thematische Vielfalt wird größer und um den Blickwinkel der Männer erweitert."  
Noch eine Anmerkung zur Auswahl des imposanten Studios hoch über den Dächern der City, die der etwas biederen Atmosphäre in Unterföhrung etwas voraus hat?
„Die Redaktion fand es super, dass wir uns nun inmitten der City befinden, und ich auch – schauen Sie doch mal?!"
Und tatsächlich ist die Sky Lounge im vergleißenden Abendlicht oben in den Telekom-Hochhäusern nahe dem Leuchtenbergring, in denen sich die neue Studiolandschaft befindet, einfach top!

Und das wünschen wir „Mona Lisa"! 

Text: Andreas Radau
Fotos: ZDF/Jens Hartmann

About Barbara Hahlweg:
Barbara Hahlweg wurde am 29.November 1968 in Erlangen geboren. Nach einem Jahr in den USA, dem Magister-Studium der Kommunika- tionswissenschaften in München und ersten Moderationserfahrungen bei SAT.1, entdeckte sie das ZDF als Moderatorin für das Magazin "moment mal!". 1996 absolvierte sie ein Volontariat im ZDF. Im Anschluss arbeitete sie als Reporterin und moderierte Magazine wie "heute mittag" und "Top 7 – das Wochenendmagazin". Jahrelang vertrat sie auch Nina Ruge bei "Leute heute". Fünf Jahre war Barbara Hahlweg Co-Moderatorin an der Seite von Klaus-Peter Siegloch im "heute-journal". Seit 2007 präsentiert sie neben den "heute"- Nachrichten am Nachmittag auch die um 19 Uhr. Barbara Hahlweg lebt mit ihrem Mann und drei Töchtern bei Mainz.

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